07.09.20 Sprachediktat für Jim Knopf + Pippi Langstrumpf

ntv berichtet: Familien- und Integrationsminister von NRW Herr Joachim Stamp FDP hat sich dafür ausgesprochen, eine möglicherweise als diskriminiert empfundene Formulierung anzupassen bzw zu erläutern. Darunter fallen dann u.a. Jim Knopf + Pippi Langstrumpf. Sinngemäß sagt er, Namen sollten auch dort angepasst werden, wo sich Menschen durch Formulierungen verletzt fühlten.
Jetzt also offenbar doch. Auch historische Texte sind vor keiner selbst posthumen Zensur mehr sicher. Solche Maßnahmen führen nicht zu einem Mehr an Gerechtigkeit sondern lassen allenfalls Chaos und Unmut weiter anwachsen.

Man wird den Eindruck nicht los, PolitikerInnen wollen sich ihre Daseinsberechtigung mit immer weiter gesteigerten Political-Correctness-Gutmenschtum belegen. Gewisse Begrifflichkeiten mögen aus heutiger Sicht kritisch gesehen werden. Texte im Nachhinein jedoch anzupassen, geht doch sehr in Richtung Sprachediktatur. Es reicht völlig aus, zukünftig zeitgemäße Formulierungen zu wählen. Dann bleibt die Politik auch glaubwürdiger und akzeptabler.