16.01.21 der neue 0nline-Duden jetzt in Gender- Propaganda


Die neue online-Duden-Ausgabe ist im Gender-Gap verfasst. Das generische Maskulinum verschwindet, eine ideologisierte Sprache wird hofiert. Es wird auch hier komplizierter. Die WELT hat dazu die Linguistin Dr. Ewa Trutkowski interviewt. Auszüge:
WELT: Man könnte meinen, die Duden-Redaktion will mit den Änderungen der feministischen Linguistik einen Gefallen tun.
Trutkowski: Ich verstehe die Änderungen auch aus Sicht der Genderlinguistik und der feministischen Linguistik nicht. Für Feministen dürfte es doch viel 'schlimmer' sein, wenn die weibliche Lehrerin vom männlichen Lehrer – und nicht wie bisher von einer sexusmäßig unterspezifizierten, also geschlechtsneutralen maskulinen Grundform – abgeleitet wird. . .
WELT: Verfolgt die Duden-Redaktion mit der ganzen Aktion womöglich noch ganz andere Ziele? Stichwort: Gendersprache.
Trutkowski: Hier kann man nur spekulieren. Die Neudefinitionen sind binär – männlich oder weiblich. Ich denke, der nächste Schritt der Duden-Redaktion könnte sein, den Genderstern bzw. Gap oder Doppelpunkt einzuführen, um diese selbst geschusterte Dualität wieder 'aufzulösen'. Die jetzt geschaffenen Neudefinitionen könnten dann als Grund für die Einführung eines Genderzeichens herangezogen werden, begleitet von der Diktion, dass das Zeichen nun hermuss, weil diverse Menschen nicht unter diese – gerade neu ersonnenen – Definitionen fallen.
WELT: Hätten Sie denn einen Vorschlag, wie die Duden-Redaktion es besser machen könnte?
Trutkowski: Der Duden könnte es wie bei seiner Definition von Katze machen, wo erst die geschlechtsabstrahierende, generische Bedeutung „Hauskatze“ und dann die spezifische Bedeutung 'weibliche Katze' angegeben wird. Solch eine Definition erfasst beide Interpretationsmöglichkeiten und ist somit viel näher an der Sprachwirklichkeit. Diese Variante könnte man analog auf maskuline Personenbezeichnungen anwenden.
 
Ewa Trutkowski ist promovierte Sprachwissenschaftlerin und forscht zu verschiedenen Schnittstellenphänomenen des Deutschen. Sie ist mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main assoziiert und arbeitet als Forscherin an der Freien Universität Bozen.
 
Das WELT-Interview mit Linguistin Ewa Trutkowski
 
 
 
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