23.02.21 Maria 2.0 Feministische Grabenkämpfe in der Kath.Kirche


Medienwirksam und kämpferisch kleben Menschen der 'Maria 2.0 - Bewegung'
ihre Forderungs'thesen' an Katholische Kirchen.
 
Ich bin auf diese 'Bewegung' vor ein, zwei Jahren in der Bonner Namen Jesus Kirche gestossen. 'Der Synodale Weg' war [und ist] der offizielle Reformkurs der Kath. Kirche, unter dessen Dach 'Maria 2.0' ein lautes Eigenleben entwickelt/e.
 
Alles fließt - nicht nur eine Buddhistische Weisheit, auch in der Politik und in der Physik sowieso, ein sich täglich bestätigendes Mantra. So weit so banal. Warum also sollte ausgerechnet in der Kath. Kirche Veränderung nicht stattfinden. Und die zur Zeit stattfindende Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz steht ja ganz unter diesem Motto. Insofern tut sich ja etwas. Okay, es geht manchen nicht schnell genug. Jedoch dem lieben Frieden wegen ein paar Schnellschüsse um den 'besorgten' katholischen Frauen entgegenzukommen, wäre ganz sicher eher konterproduktiv. Denn wir sehen an den politischen und gesellschaftlichen Themen, die sich täglich tiefer fressenden Gräben zwischen den Fronten. Hier treffen wir bereits auf immer weniger Verständnis für die jeweils andere Seite. Diesen Fehler wollen die Kleriker zu Recht nicht begehen.
 
Die eigentlichen Sieben Thesen der Maria 2.0 Bewegung fachen eine Diskussion an, die vielleicht ja auf beiden Seiten [Reform- BefürworternInnen und GegnerInnen] zu neuen Erkenntnissen führen. Und das ist ja immer gut.
Seit gefühlt 'immer schon' leisten auch Frauen in der Katholischen Kirche sehr wertvolle Dienste. Und das gilt immer noch, wie jede/r, die/der sich ein wenig intensiver mit Kirche befasst, bestätigen wird. Das sich diese Frauen oder zu- mindest einige von ihnen, auch einen für sie offenen Weg in die höheren Weiheämter wünschen, finde ich angemessen und wohl zeitgemäß. Insofern ist alles auf einem guten Weg - könnte man meinen.
 
Es gibt da für mich einige Ungereimtheiten, die ich mir wünschte, von einer 'Maria 2.0' Initiatorin erläutert zu bekommen.
Der Missbrauch und der Umgang mit seiner Aufarbeitung, auf den sich ca gut die Hälfte aller Kirchenkritik beruft, fusst auch auf eine einseitige Wahrnehmung. Es macht es nicht besser, aber Missbrauch gibt es immer und überall. Auch heute noch. Und warum werden beim Thema Missbrauch in der Kath. Kirche fast ausschließlich jene Übeltaten angeprangert, die von Männern, Priester etc begangen wurden ? Nur ganz selten, wenn überhaupt werden auch Frauen, z.B. Nonnen etc für von ihnen begangenen Missbrauch öffentlich vorgeführt - und wenn, dann wird's oftmals auch schnell wieder relativiert.
Als Kind besuchte ich eine Grundschule, in der unsere Klassenlehrerin Fräulein Lennefer [die benenne ich gerne, so kann sie sich, sollte sie noch unter uns weilen, ihre Sicht der Dinge darlegen] ein strenges Regime gegen uns Jungs führte. Kleine Jungsstreiche wurde mit drakonischen Strafen geahndet. Wir mussten in Reihe vor sie antreten, um dann dermaßen schallende Ohrfeigen zu erhalten, dass einem das Pipi in die Hose schoss und man das Gleichgewich verlor. Aus heutiger Sicht darf ich wohl einen sexuell motivierten Sadismus bei ihr vermuten. Und nein, das ist kein Einzelfall. Die gesellschaftliche Fokussierung ist heute allerdings fast ausschließlich auf Mann=Täter, Frau=Opfer eingestellt. Dumpfe [feministische] Ideologie eben, die andere kritische Erfahrungen allesamt wegbügelt.
 
Bis ins junge Erwachsenenalter hinein, lebte ich in mehrfacher Hinsicht ganz nah, ja eng mit und am Katholizisimus [aber das ist eine andere Geschichte]. Als Kind aus - wie man heute pseudoverständig sagen würde - zerrüttetem Elternhaus, hat mich die Kath. Kirche und ihre Organisationen in jeder Hinsicht aufgefangen und mir Halt gegeben. Nie in all den Jahren gab es Übergrifflichkeiten oder gar Schlimmeres. Und diese Erfahrung haben nicht nur Scheidungskinder sondern die allermeisten gemacht, die in der Katholischen Kirche organisiert waren; Messdiener, Pfadfinder, Jugendgruppe, Sozialdienste, von fürsorglichen Betreuern, Kleriker und auch Laien, selbstlos organisiert. Aber auch das sehr vielfältige und systemrelevante Engagement der kirchlichen Sozialdienste findet kaum mal positive Erwähnung. Jede/r sich modern, neoliberal wähnende 'Fortschrittsmensch' ergeht sich lieber im Mainstream an Schlammschlachten und Schuldzuweisungen. Einseitig und ideologisch verblendet. Auch die öffentlichen Medien fachen sehr gerne immer wieder dieses Feuer an. Was uns nicht zu wundern braucht, mischen hier doch überwiegend 'neoliberale' FemGenderQuotenDiversität- Gutmenschinnen das tägliche Giftsüppchen für die eingelullte Öffentlichkeit im Political-Correctness-Sprech; ihre sich eingebildete Überlegenheit zelebrierend.
 
Unter dieser gesellschaftlichen Atmosphäre, tritt 'Maria 2.0' also auf den Plan.
 
Warum, und damit bin ich bei den erwähnten Ungereimtheiten, wechseln die Initiatorinnen und Unterstützerinnen nicht in die evangelische Kirche ? Dort sind doch die Bedingungen, die sie als wünschenswert erachten, bereits realisiert. Statt dessen sieben Thesen im Luther-Stil veröffentlicht [was, ganz nebenbei bemerkt, auf mangelnde Eigenideen schliessen läßt], auf die ich an dieser Stelle eingehen möchte.

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Zu These 1.
Nicht nur die katholische Kirche macht sich nicht mit irgendeinem Grundgesetz gemein. Es ist unter anderm das Wesen von [westlicher] Religion. Eine spirituelle Weltanschauung nämlich, unabhängig weltlicher Irrungen und Wirrungen.
 
Zu These 2.
Der angesprochene Klerikalismus ist ein Kampf- und Propaganda- Begriff, der bereits auf eine geistige Grundhaltung deutet. Es ist eine unbelegte Behauptung, er sei heute das Grundproblem von Machtmissbrauch.
 
Zu These 3.
Das liest sich, als seien [sexualisierte] Gewalt und Machtmissbrauch die Grundfundamente der katholischen Kirche. Dabei sind es, bei aller Missachtung solcher Taten, auf's Ganze gesehen immer noch die kleineren Ausnahmefälle.
 
Zu These 4.
'Wertschätzende Haltung und Anerkennung gegenüber selbstbestimmter acht- samer Sexualität und Partnerschaft'. Wohl eine Grundgesinnung von 'Maria 2.0', sich keinen Regeln anpassen zu müssen. Teile der Grünen PolitikerInnen forderten noch Anfang der 1990iger Jahre die Straffreiheit für praktizierte Sexualität mit Kindern. Ist das die selbstbestimmte Achtsamkeit, die angestrebt wird ? Oder was genau ist gemeint.
 
Zu These 5.
Wer nicht in einer Zölibatsverpflichtung leben möchte, lässt es einfach bleiben. Unbestritten hängt das Zölibat auch mit dem Priestermangel zusammen. Aber die Intention von 'Maria 2.0' ist sicher nicht, ihre Sorge um den Priestermangel, auch wenn das aus taktischen Gründen so suggeriert wird.
 
Zu These 6.
Veruntreuung und persönliche Bereicherungen kirchlichen Vermögens muss verfolgt und geahndet werden. Aber auch hier, das sind die Ausnahmen - NICHT die Regel. Mit solchen Forderungen wird ebenfalls etwas suggeriert, nämlich, weite Teile der Priesterschaft seien korrupte Lumpen. Da lässt sich schon ahnen, wie die 'Maria 2.0' Bewegung so tickt.
 
Zu These 7.
Dem muss man wohl zustimmen. Die Kirchenleitung schafft es nicht, sich überzeugend Gehör zu verschaffen. Allerdings wäre eine Erörterung der Frage des Warum zielführend. - Nur weil eine Mehrheit sich nicht mehr angesprochen fühlt, ist diese Mehrheit auch im Recht. Einem Recht ganz im Sinne Jesus' Botschaft.

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Nach der Öffnung der katholischen Kirche im Sinne von 'Maria 2.0' wird es nicht lange dauern, bis auch hier feminsitische Grabenkämpfe mit Deutungshoheiten und weiblicher Vorteilsnahme Einzug halten. Ein Blick auf Um unseren Forderungen Nachdruck zur verleihen zeigt wohin die Reise gehen soll. Es geht ihnen ganz offenbar eben nicht um ein Miteinander und eine 'Gottsuche' in geistiger Spiritualität. Die roten T-Shirts,, die rot-lila Lettern der 7 Thesen, der ganze Auftritt, wie aus einer Feministinnenkampfgruppe.
Die redlichen katholischen Frauen, die den Laden am Laufen halten, werden sich nach einer Machtübernahme von 'Maria 2.0' bald an den Rand gedrängt fühlen. Und das ist das Dilemma. Diesen Frauen möge man die Priesterweihe durchaus gerne zugestehen. Aber mit einer allgemeinen Öffnung, wird der ganze Feministinnemob in katholische Ämter gespült, Jesus Christus - Botschaft nur noch zur belanglosen Nebensache herabgewürdigt, so ist es zumindest zu befürchten.
 
 
 
B l o g - a k t u e l l