13.09.21 Achtung Achtung - hier spielt die Polizei . . .


Unfallaufnahme.

Es gab Zeiten, da war die deutsche Polizei grundsolide in ihrem öffentlichen Auftreten, kompetent und wirklich noch; 'Dein Freund und Helfer'.
 
Kürzlich befuhren wir auf dem Weg in den Urlaub die BAB 3 Richtung Passau als plötzlich nichts mehr ging. Stau bis zum Horizont, alle Spuren dicht, dank rücksichtsloser LKW-Fahrer inklusive Standspur. Es dauerte 40 Minuten bis wir im stop-and-go die vermeintliche Unfallstelle passierten. Und waren geschockt.
Nicht etwa über einen gräßlichen Unfall, sondern darüber, dass drei Polizeiwagen mit vier Beamtinnen und zwei Beamten einen liegengebliebenen PKW, offensichtlich mit einem Reifenschaden auf der Standspur stehend, bemutterten. Diese 'Gefahrenstelle' durfte nur einspurig passiert werden. Ein Beamter sprach mit dem PKW-Fahrer, der Rest dieser Gurkentruppe lungerte z.T. append auf der rechten Fahrspur herum, die anderen glotzten kuhig in die vorbeikriechenden Fahrzeuge. Ein Lehrstück des Gleichstellungsaktivismus im öffentlichen Dienst ?
Aber ach, komm' wir wollen doch nicht kleinlich sein. Schwamm drüber. Der Urlaub war schön. Dieser öffentliche Zeit[und Nerven]diebstahl längst vergessen.
 
Bis gestern Sonntag der 12.09.21 gegen 14:40. Da befuhren wir im Kölner Stadtteil Lövenich die Aachenerstrasse, stadtauswärts. An der Abzweigung Bahnstrasse [in Fahrtrichtung rechts] Unfallaufnahme. Die Aachenerstr. ist eine vier- bis sechsspurige Hauptverbindungsstrasse ins Centrum. Also viel Verkehr. Rechts am Bordstein zeichnete ein Polizist männlichen Geschlechts zur Unfallaufnahme Markierungen auf die Strasse. Dazu waren ebenfalls drei Polizeiwagen angerückt, die sich so aufgestellt hatten, dass alle Fahrspuren blockiert waren. Wir Autofahrer wurden genötigt links über Strassenbahnschienen in ein Wohngebiet abzubiegen. Was ja grundsätzlich okay wäre, würde es die Situation erfordern. Aber ach - wieder gibt's etwas zu [be]klagen.
Vier weitere Polizistinnen und ein Polizist standen dekorierend auf der Strasse herum, waren froh gemuts, lachten und erfreuten sich am schönen Wetter. Bin ich nun ein Miesepeter wenn ich mir gewünscht hätte, eine/r dieser Uniformfiguren, alle ca Mitte 20, hätte mal den Verkehr händisch geregelt ?! Denn die Möglichkeit war durchaus gegeben, mit Handzeichen den Verkehr gefahrlos und ohne Stau produzierend, an der Unfallaufnahme vorbeizudelegieren.
 
Es ist so vieles so unfassbar dilettantisch geworden - im Deutschen Land. Natürlich leistet die Polizei nach wie vor wichtige und gute Dienste. Das trügt aber leider nicht über o.g. Misstände, heraufbeschworen durch ein neoliberales Mantra - wir sind alle gleich, jede kann alles - hinweg.
 
An Strassenlaternen in Wesseling gesehen; Werbeplakate der NRW-Polizei um Nachwuchs buhlend mit dem Text: 'NRW Polizei. Hier gibt's was auf die Presse.' Geht's noch primitiver, haben wir uns bereits an dieses Niveau gewöhnt ? Der Letzte macht das Licht aus. Bitte. Dazu passt die Info, dass ein Abitur nicht mehr als Einstellungsvoraussetzung für den Streifendienst benötigt wird.


 
 

z u r ü c k