04.10.21 zerstörerische Ideologie des IS versus cancel culture der Gutmenschen

Gestern war wieder Betroffenseinstag der 'Tag der Deutschen Einheit', möchte ich aber nicht weiter drauf eingehen, weil mir das Pathos darum zu schwülstig ist.
'Mesopotamien - Archäologen retten, was zu retten ist' dagegen war in vielerlei Hinsicht sehr informativ und aufschlussreich Arte 03.10.21 14:35 bis 22.02.2022 online verfügbar. Hierin wurde sehr detailliert und gut dokumentiert nachgewiesen, wie der sogenannte 'Islamische Staat' im Land Sumer, Babylon, das Gilgamesch-Epos, der Rebell Nimrod und der legendäre Turm von Babel und darüber hinaus Kulturgüter der Menschheit zerstörten, die nach ihrer Ideologie in der Vergangenheit falsche Werte setzte. Die mit ihrer Ideologie nicht zusammenzupassen schienen, und deshalb aus der Welt entfernt werden sollten. Der 'IS' selber hatte diese Zerstörungsorgien gefilmt und ins Netz gestellt, man sitzt einfach nur fassungslos vor dem Bildschirm.
 
Dabei ging mir die Frage durch den Kopf, ob das nicht durchaus vergleichbar ist mit 'unserer' cancel culture der Gutmenschen. Damit meine ich jene Praktiken, die wie Krebsgeschwüre um sich wuchern, und z.B. ein 'Jim Knopf in Lukas der Lokomotivführer' nicht mehr durch einen farbigen Menschen repräsentiert werden darf.
 
Nun klingelt's mir schon in den Ohren, wie sich die so agierenden Gutmenschen angesprochenen fühlen und den Vergleich als unzulässig zurückweisen. Weil diese Gewalt des IS z.B. würden sie ja nicht anwenden, und außerdem sei das ja etwas ganz anderes.
 
Nein, es ist eben nicht etwas ganz anderes. In beiden Fällen sollen Dinge der Vergangenheit einfach getilgt werden, die der nun herrschenden Klasse nicht mehr in den Kram passen. Und das mit der fehlenden Gewaltanwendung ist ja möglicherweise nur darin begründet, dass sich die irren Forderungen dieser cancel-culture-Gutmenschen fast widerstandlos durchsetzen lassen [was natürlich auch ne Menge über unsere verlotterten Sitten aussagt] und wer weiss, was noch kommt, wenn einmal spürbare Gegenkräfte auf den Plan treten.


 
 

z u r ü c k