08.10.21 Memento mori - Bestattung eines durch Leid geprägten Menschen

Gestern haben wir einen Mann aus dem [weiteren] Familienkreis bestattet, der erst tagszuvor eingeäschert wurde. Vor kurzem, nach Klinikaufenthalt wegen Corona, war er in seine Heimstatt zurückgekehrt, um nur wenige Tage später zu versterben. Von Geburt an musste er mit diversen Behinderungen durchs Leben gehen. Aufgrund dieser Makel hatte er nie eine Frau gefunden, eine Familie gründen können. Zuletzt lag er nur noch im Bett, ohne sich artikulieren zu können.
 
Was bedeutet so ein Leben. Was bedeutet so ein Tod. Wann ist ein Leben lebenswert. M. konnte sich trotz Beeinträchtigungen an einige Dinge durchaus erfreuen und war gerne unter Menschen. Jedes Individium findet seinen ganz persönlichen Glücksstern im ewiglichen Kosmus der Möglichkeiten. Haben wir, wir die Gesunden, die mit allen Möglichkeiten ausgestatteten Erdenwesen jemals das Recht uns über das Leben zu beklagen ? Ja oder Nein ? Ja und Nein ! Was wissen wir schon, über die tiefsten Befindlichkeiten unserer Mitmenschen.
 
Lieber M. in unseren Gedanken lebst Du weiter; auch wenn es nicht in einen blog gehören sollte, KANN ich dich nicht unerwähnt lassen.
 
Memento mori


 
 

z u r ü c k