30.10.21 Aus Angst vor dem Vater zur Mörderin geworden ?

Diese Woche wurde vor dem Kölner Landgericht eine junge Frau wegen Kindstötung verurteilt. Die vorsitzende Richterin hob jedoch hervor, dass die Angeklagte keine Mörderin sei. Das muss man verstehen. Oder aber auch nicht.
Die in Kerpen bei Köln lebende 22 jährige Frau hatte vor Jahren auf Geheiss des Vaters, so wird 'begründet', ein Kind abgetrieben und dadurch schweren seelischen Schaden genommen. Als sie in der Folge wieder schwanger wurde, hatte sie das verheimlicht und ihr Baby in der elterlichen Wohnung in der Nacht zum 19.04.21 zur Welt gebracht. Wie unvermeidlich schrie das Neugeborene und die Angeklagte erwürgte den Säugling, damit Ruhe eintrete und der Vater nichts mitbekommt - so die Richterinnen'begründung'.
Die Staatsanwaltschaft hatte 8 1/2 Jahre wegen Mordes beantragt, unter anderm mit den Argumenten, die junge Frau wolle ihren Freiraum behalten und Party machen. Die Richterin aber sah mehr die Notlage der jungen Frau und würdigte diese mit einem milden Urteil.
 
Solche Tragödien haben sicherlich immer eine tiefgehende Vorgeschichte im Hintergrund. Ich will auch gerne glauben, dass die junge Frau völlig überfordert war mit den Ereignissen. Sie braucht auch nicht zur Besserung lange ins Gefängnis, wem ist damit geholfen. Aber, die Begründung der Richterin, wie auch der Duktus der Berichterstattung Aus Angst vor dem Vater   22-Jährige erdrosselte Neugeborenes ist mal wieder typisch für eine immer matriarchalischer werdende Gesellschaft. Es wird immer üblicher und akzeptiert, wenn mit zweierlei Maß geurteilt, und meistens ein [böser] toxischer Mann im Hintergrund direkt oder indirekt [wenn auch juristisch nicht belangbar] mitverantwortlich gemacht wird bei Frauendelikten.
 
Es ist noch nicht so lange her, als immer wieder Schauergeschichten durch die Medien gingen, in denen junge Männer sich mit ihren aufgemotzten Autos Strassenrennen lieferten und tödliche Unfälle verursachten. Zwei separate Fälle kommen mir gerade ins Gedächtnis, bei denen jeweils ein junger Mann in der Folge wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.
Hier scheint mir, wie gesagt, mit zweierlei Maß gemessen zu werden. Für die junge Frau werden mildernde Umstände wegen was auch immer geltend gemacht und sehr milde bestraft, bei den jungen Männern gibt's keinerlei Nachsicht und Milde. Dabei, wer sagt den Juristen, was die Raser zu ihrem Tun bewegt ? Ja klar ich höre es schon, natürlich sind das möglicherweise egoistische Triebe und Geltungsdrang. Aber worin unterscheiden die sich zu denen einer jungen Frau, die sich ja sogar wiederholt zur Tötung eines Kindes hinreissen läßt. Wie anders als durch [egoistischen] Lustgewinn, also auch eine Tat, die archaischen Trieben folgte, wurde sie denn überhaupt schwanger? Warum stellen Juristinnen und Reporterinnen nicht solch differenzierte Sichtweisen an. Sind sie im gesellschaftlichen Kontext des political correctness überhaupt noch innerlich frei genug, objektiveren Argumenten zu folgen. Wollen sie das überhaupt [noch] ? Oder haben wir's vielmehr, nun mit weiblichem, Machtmissbrauch zu tun?
 
 

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