23.11.21 langsam wird mir gruselig. Orwell. Überwachung?

Durch die leichte und breite Verfügbarkeit der sogenannten sozialen Medien, in denen mittlerweile gefühlt fast die gesamte Menschheit rumdaddelt, liegt's ja auf der Hand, dass nicht jede persönliche oder auch offizielle Meinung einer wie auch immer gearteten Wahrheit entspricht.
Mhm, ne anders. Es wird viel Mist verzapft. Zwischen den Menschen, so direkt und informativ bis unterhaltend. Eben aber auch indirekt unter Benutzung elektronischer Medien. Und hier wird's dann schwieriger. Weil einerseits die jederzeitige Verfügbar und andererseits die sehr niedrige Hemmschwelle Stusss zu erzählen, manche/n dazu verleitet, ihren Bullshit, Hirngespinste bis hin zu Beleidigungen und Drohungen in die Welt herauszuposaunen.
 
Muss, soll man das in einer offenen Demokratie genauso geschehen lassen? Oder bedarf es Regularien? Weil z.B. manche Straftaten erst unter Zuhilfenahme durch's Netz, sie überhaupt erst realisierbar werden. Oder auch Beschimpfungen, Mobbing oder Aufrufe zur Sabotage. Und was es sonst noch an jede Menge bösartigem Verhalten auf der Welt so gibt.
Jede/r die/der halbwegs bei Verstand ist, weiss, dass sich leichtgläubige oder auch weniger gebildete Menschen schneller beeinflussen lassen. Das ist ja nicht erst seit dem Internet so. Manipulation gab's immer. Und wird es immer geben. Da zumindest bin ich mir, obwohl Optimist, ziemlich sicher. Kinder und Jugendliche sollte man, ganz so, wie es verantwortungsvolle Eltern zuhause schon praktizieren, unterscheiden lernen helfen, zwischen seriösem Input und sog. Fakenews. Okay, wer wollte dagegen etwas einzuwenden haben.
 
Wo sich aber meine Stirne noch mehr in Falten legt, ist der Versuch, Fakenews mittels Algorithem, KI-Tools [künstliche Intelligenz], Schlüsselwörtern, Narrativen zu erkennen UND letztlich aussortieren zu wollen.
Und ganz besonders bedenklich, wenn das unter Zuhilfenahme von amerikanischer Software auch z.B. hier bei uns an den Schulen geschehen soll. Microsoft stellt mit seinem Edge-Browser eine Erweiterung zur Verfügung, die mit NewsGuard konfiguriert vor FALSCHEN ?! Meldungen warnt.
Während es auf deren Einstiegsseite noch vollmundig heisst 'Wir bekämpfen Desinformation mit Journalismus, nicht mit Algorithmen.' lesen wir wenig später unter Misinformation Fingerprints 'Aufspüren von Desinformationskampagnen durch menschliche und künstliche Intelligenz'.
 
Das sind grosse Versprechungen, aber die Gefahr der orwellschen Überwachung springt einem ja geradezu ins Auge. Und wird auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hier und da, oder auch dort und da sowieso usw. zum ausfiltern unliebsamer Informationen genutzt werden. 'Wetten, dass..'   Mal ganz abgesehen davon, dass auch seriöse Medien ihre Inhalte entsprechend so konfigurieren werden, um 'NewsGuard' - konform akzeptiert zu werden. Äußerst bedenklich, finde ich.
Die wirklich unabhängige Meinungsfreiheit geht dabei stückweise verloren.
 
Viel sinnvoller erscheinen mir Aufklärungen, Workshops etc. z.B. an Schulen, durch Lehrer, die mit ihren Schülern diese Problematik im allgemeinen, und Fakenews im besonderen, besprechen und abwägen. Macht natürlich mehr Arbeit. Aber die Freiheit zu wahren, macht immer Arbeit ! Wäre im Resultat jedoch eine Medienkompetenz, die ihrem Namen gerecht wird.
 
 
'Heise' schreibt NewsGuard-Dubiose-US-Firma-spielt-Medienwaechter
 
und der 'fachjournalist' schreibt Der Glaubwürdigkeits-TÜV für Nachrichtenseiten
 
 
 
 

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