17.08.22 Suizid Jahrgedächtnis. Heute jährt sich 'Biggis' Suizid zum ersten Mal

Als wir am 17.08.21 in Südtirol unseren Bergurlaub genossen, überfiel uns die Nachricht 'Biggi ist tot, sie hat sich das Leben genommen' wie in einem Albtraum tief schockierend und ungläubig.
'Biggi', Brigitte T.-S. aus Köln, gehört/e zur Familie und wurde nur 65 Jahre alt.
Da ich öfters das Thema Feminismus, Gleichstellung, Frauenförderung hier im Blog kritisch beacker, finde ich es besonders erwähnenswert, dass zwischen 'Biggi' und mir sehr lebhafte Diskussionen zu genau diesen Themen stattfanden. Als studierte Soziologin verrichtete sie ihren Dienst als Sozialarbeiterin bei der Stadtverwaltung Köln. Also genau das Klientel, das von mir und einer immer breiter werdenden Öffentlichkeit genauer beobachtet wird. Um so erstaunlicher vielleicht, aber auch um so erfreulicher dabei die Tatsache, dass es nie böse Worte, Unterstellungen oder dumpfer Ideologiekampf zwischen uns gab. Ganz im Gegenteil. Wir wertschätzten und mochten [ich glaube, das darf ich so sagen] uns sehr.
Denn neben ihrem Brotjob war sie musisch veranlagt und malte sehr beeindruckende Bilder. Darüber hinaus konnte man mit ihr viel Spaß haben, Lachen und Tanzen; fiere, wie man in Köln sacht.
 
Ja, 'schätze man merkt es schon, wir, ich habe mit ihr eine liebgewonnene, sehr liebgewonnene [Seelen?]Verwandte verloren. Um so tragischer und niederschmetternd für mich daher der Umstand, dass ich nichts, rein garnichts von den offenbar in ihr wütenden, dunklen Mächten, die weit über dem Weltschmerz hinaus wucherten, auch nur geahnt, geschweige denn wahrgenommen habe. Dabei waren wir uns in unseren Sensibilitäten doch, wie's mir scheint, ziemlich ähnlich. Ich bin untröstlich 'Biggi' in diesem Leben nicht mehr begegnen zu können, Du fehlst. Gleichzeitig aber eine wichtige Erfahrung reicher; wir wissen nie was genau in den Köpfen und Herzen unserer Mitmenschen vor sich geht.  Demut.
 

 
 
 
 


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